Dienstag, 17. Januar 2017

SpuG hilft: Fragen zu Semesterticket und CampusCard an der Universität Osnabrück

www.Dein-Semesterticket.de
Wir bekamen zwei ausführliche Fragen zum Semesterticket und zur CampusCard.
SpuG klärt auf :)

Frage 1: Semesterticket 
Wieso ist das Semesterticket der Universität Münster billiger als das der Universität Osnabrück und dazu noch im gesamten Stadtgebiet von Osnabrück und ihren Verkehrsbetrieben gültig?
Für eine Stadt unmittelbar an der Landesgrenze ist ein Semesterticket, was nicht mal die nahe gelegene nächste Stadt beinhaltet, für viele Studierende eine (teure, hinderliche) Beschränkung. Demgegenüber ist die Reichweite des Semestertickets an die Küste der Ostsee für die meisten Studierenden beim täglichen Weg zur Uni ohne jegliche Bedeutung.
Wieso schafft es der Asta der Uni Münster, aber nicht der der Uni Osnabrück, solche Konditionen auszuhandeln?

Antwort zu 1: Semesterticket 
Zum Sommersemester 2017 kostet das Semesterticket der Uni Osnabrück 173,80€. Im gleichen Zeitraum kostet das Semesterticket der WWU 165,90 €. So weit liegt das derzeit also gar nicht auseinander, zumal die abgedeckte Fläche bei unserem Semesterticket größer ist.
Dafür sind in NRW wieder alle Busse, Straßenbahnen etc. drin - du siehst insgesamt lässt sich das abgesehen vom Preis nur schwierig vergleichen.
Mit unserem Semesterticket kommen wir übrigens schon seit langer Zeit nach Münster, aber nicht an die Ostsee (wenn dann an die Nordsee ;-) )

Der Preis hat in den letzten Jahren teils stark geschwankt. (Diagramm dazu s. Anhang) Insbesondere mein direkter Nachfolger (GrüneHSG) hat es leider nicht geschafft, die damals vom SpuG-Kandidierenden Pascal ausgehandelte Preissenkung von ca 5 € (vom SoSe15 zum WS 2015/16) zu halten, sondern sogar noch deutlich über den vorhergegangenen Preis zu kommen (Erhöhung von ca. 8 € vom SoSe16 zum WS 16/17).
Der wohl größte Unterschied, in den Verhandlungsstrategien ist, dass die Studierendenschaften in NRW derzeit ausschließlich mit dem Verkehrsbetrieb bzw Verkehrsverbund vor Ort verhandeln (In Münster dementsprechend die Stadtwerke Münster) und dort für alle Studierenden ein "Upgrade" für den Rest von NRW (und auch sowas wie den Stadtverkehr von Osnabrück, der auch mit dem NRW-Ticket befahrbar ist) zu einem vordefinierten Preis (ca.50-70€) hinzubuchen können.
Durch dementsprechend wenig Verhandlungspartner (und meist auch längerfristig geschlossene Verträge) kann sich die zuständige Person in einem ganz anderen Maße um die Verhandlungen mit diesem einen Betrieb kümmern. Die Erhöhungen bei Semestertickets in NRW, wenn erhöht wird, teils extrem (vgl. http://www.blickfeld-wuppertal.de/oncampus/vrr-semesterticket-soll-bis-2019-um-43-teurer-werden )

In Niedersachsen arbeitet SpuGi Pascal gerade an einem "landesweiten Semesterticket" (http://www.dein-semesterticket.de/) mit, dass die von uns betrachteten Nachteile möglichst mit berücksichtigt (Frei nach dem Motto: Gutes Kopieren, schlechtes in die Tonne).
Dabei betrachten wir gerade allerdings ausschließlich den SPNV, also nur die Regional und S-Bahnen. Dies ist wiederum dem Umstand verschuldet, dass in Niedersachsen nicht wie in NRW flächendeckend Verkehrsverbünde vorhanden sind und man bei gewünschter Einbeziehung aller Busse, Straßenbahnen etc. teils mit einzelnen Ostfriesischen Verkehrsbetrieben verhandeln müsste.

Für Osnabrück würde sich gemäß anfänglichen Berechnungen der Preis dadurch gegenüber dem heutigen Ticket verringern, obwohl zusätzliche Strecken befahrbar währen (für OS eher uninteressant: Strecken nach Kassel, Magdeburg, Lübeck, zusätzlich sind aber auch noch Strecken nach Leinefelde (bei Göttingen), Groningen und Enschede im Gespräch.) (vgl. http://www.noz.de/lokales/osnabrueck/artikel/714913/landesweites-semesterticket-osnabruck-stimmt-ab )

Ob bzw. Wann man zusätzlich Busse, Straßenbahnen etc. aus ganz Niedersachsen ins Ticket bekommt, muss die Zeit klären. SpuGi Pascal wäre kein Verhandlungstisch bekannt, der groß genug wäre um dann noch alle beteiligten Unternehmen an "einen Tisch" zu bekommen.
Reiner Stadtverkehr ist übrigens meist sehr teuer, also z.B. auch die Busse in Münster, da davon ausgegangen wird, dass die größte Verkehrsleistung der Semestertickets immer im Nahbereich erbracht wird.
Obwohl Pascal die genauen Zahlen für Angebote für den Busverkehr in Münster derzeit nicht kennt, kann er dir das vielleicht anhand eines Beispiels deutlich machen: Die Universität Lüneburg fragte in der Vergangenheit mehrfach ein Angebot vom HVV (Hamburger Verkehrsbetriebe) an, genau wie die TU Braunschweig beim GVH (Großraum Hannover). Obwohl Lüneburg nicht direkt in Hamburg liegt und Braunschweig auch nicht in Hannover bzw. im Gebiet des GVH, unterschieden sich die Angebote kaum von den Angeboten, die die Hamburger Studis für den HVV, bzw die Hannoveraner Unis für den GVH bezahlen.
Wir bezahlen derzeit für die Stadtwerke Osnabrück grob 55 € (vgl. https://www.stura.uni-osnabrueck.de/sites/stupa.uos.de/files/common/ambl._05-2016_-_online_150916.pdf).
Rechne einmal das gleiche für Münster auf den derzeitigen Ticketpreis und es sollte selbstverständlich werden, warum das nicht ohne weiteres gemacht wird.

Seit ein paar Jahren wird übrigens darüber nachgedacht, den HKX (Köln-Hamburg) ins Semesterticket mit aufzunehmen. Das scheiterte in der Vergangenheit jedoch immer an rechtzeitig zugegangenen Angeboten seitens HKX. Mittlerweile wurden auch die Anzahl der Fahrten mit Halt in Osnabrück reduziert, sodass es fraglich ist, ob sich das überhaupt noch lohnen würde.

Wir hoffen, allen Studis hier in Osna geholfen zu haben :)

Frage 2: CampusCard
Bildrechte: Uni Osnabrück

Die sog. CampusCard ist eine mit einem Thermoverfahren beschriebene Plastikkarte.
Die die Validierung tragende Beschriftung ist empfindlich und nutzt sich schnell ab. Die Studierenden können dies nicht verhindern, auch nicht durch private, zusätzliche Beschaffung einer Schutzhülle.
Die Studierenden haben ferner keine Wahl, ob sie diese sensible Art der Legitimation nutzen wollen.
Auf der Internetseite des Asta wird darauf hingewiesen, dass schlecht lesbare CampusCards als Fahrtausweis nicht anerkannt werden, auch wenn es sich um den original Fahrtausweis handelt und der nicht lesbare Text durch geeignete Zusatzbescheinigungen nachgewiesen wird.
Der Asta empfiehlt bedauerlicherweise, sich eine neue Karte zu besorgen, die es jedoch nur kostenpflichtig gibt.
Das Studierendensekretariat verlangt immerhin 15,00 Euro für eine Ersatzkarte (obgleich der Materialpreis erheblich niedriger sein dürfte).
Da die CampusCard mehrfach täglich (oft bis zu 20mal ... Bus, Zug, Bus, Cafete, Mensa, Cafete, Geld aufladen, Bus, Büchereischrank [sehr belastend], Bücherei Verbuchung, Bus, Zug, Bus ...) benutzt werden muss, ist ein Verschleiß unvermeidbar. (Zudem ist anzunehmen, das der Hersteller die Karte nicht für halbjährliche Neubeschriftung über den Zeitraum eines gesamten Studiums vorgesehen hat.)
Es ist nicht einzusehen, dass diese unvermeidbaren Kosten die Studierenden tragen. Was unternimmt der Asta, was unternehmen die Hochschulgruppen dagegen?

Antwort zu 2: CampusCard
Das Thema kam bereits mehrfach in der Zeit als Pascal Referent für Verkehr war auf. Damals wurde mit der Universitätsverwaltung folgendes vereinbart:
Sofern die Abnutzung auf normalen Gebrauch zurückzuführen ist, die Karte also bereits Jahre im Einsatz war und nicht sonderlich beansprucht wurde, stellt die Universität eine neue Karte kostenfrei auf.
Bei Abnutzung, die über den normalen Gebrauch reicht, sind die 15 € für eine Ersatzkarte zu zahlen. Dies gilt insbesondere auch bei Verlust, Bruch, Wasserkontakt, groben Kratzern, die auf Eigenverschulden zurückzuführen sind.

Aus eigener Erfahrung muss Pascal sagen, dass er seit Beginn seines Studiums (WS 2013) die gleiche Karte hat und sie wirklich viel nutzt (ohne Hülle). Die Abnutzungsspuren halten sich in Grenzen, meistens validiert er während des laufenden Semesters jedoch ein zweites mal, damit der Aufdruck wieder gut lesbar ist.
Der Hersteller (InterCard) stellt die Karten als Marktführer im Bereich Unis/HS übrigens schon für genau den o.g. Einsatzzweck aus. 
Nach Pascals Informationen gibt es jedoch Qualitätsunterschiede zwischen Karten, die von der Uni selber bedruckt wurden und solchen, die in großen Chargen zu Semesterbeginn direkt von Intercard kommen. Letztere sollen eine bessere Haltbarkeit haben.
Im Zusammenhang mit dem landesweiten Semesterticket sind wir (SpuG) übrigens auch an diesem Thema dran, sowohl im Interesse der Studis, als auch im Interesse der EVU.

SpuG bedankt sich für euer Vertrauen! :)


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